Weltenwetter

Samstag, 12. Juli 2008

Weltenwetter

Mein Blog Weltenwetter erscheint seit heute in einer erneuerten, womöglich verbesserten Form!
Besuchen Sie den neuen Webauftritt unter:
http://weltenwetter.wordpress.com/

Selbstverständlich bleiben auch die Beiträge im alten Weltenwetter weiterhin abrufbar!

Wenn Sie Lust und Zeit haben besuchen Sie auch noch meinen zweiten Blog zum Thema Wetter und Klima, der im Durchschnitt kürzer gefasste Beiträge enthält unter: http://wetterwechsel.wordpress.com/ .
Dort finden Sie auch immer wieder Texte, die auf Weltenwetter nicht erscheinen!

Viel Spaß beim Lesen!


Jens Christian Heuer

Sonntag, 8. Juni 2008

Klimawandel

Klimawandel - natürlich oder menschengemacht?

Ein paar Gedanken zu den Thesen der Klimaskeptiker


In letzter Zeit werden in der Öffentlichkeit immer häufiger Stimmen laut, die den menschengemachten Klimawandel grundsätzlich in Frage stellen. Anlaß genug sich einmal etwas ausführlicher mit den wichtigsten Argumenten dieser Klimaskeptiker zu beschäftigen. Hinzu kommt noch, daß auch auf meinem Blog Weltenwetter immer wieder auch klimaskeptische Gastbeiträge veröffentlicht werden. Obwohl ich mich als Herausgeber des Blogs nicht zu den Klimaskeptikern zähle, sondern im Gegenteil große Gefahren durch den menschengemachten Klimawandel auf uns zu kommen sehe, stehe ich andererseits aber immer auch für einen freien und offenen Gedankenaustausch ein. Nur wer die Möglichkeit geboten bekommt, die Argumente der Klimaskeptiker aus erster Hand kennenzulernen, kann sie abwägen und dann auch kritisieren!


Die Klimaskeptiker in der Öffentlichkeit

Lange Zeit hatten die Klimaskeptiker einen schweren Stand, denn in den Medien wurde fast nie über sie berichtet. Sie waren und sind in einer Außenseiterposition, denn die große Mehrheit der Klimaforscher geht bis heute ganz eindeutig von einem menschengemachten Klimawandel aus. Die Debatte zwischen den Klimaschützern und Klimaskeptikern wurde leider auch nicht immer mit dem gebotenen gegenseitigen persönlichen Respekt geführt. In jüngster Zeit haben die Klimaskeptiker in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch deutlich Aufwind bekommen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die Klimaskeptiker, die in Fernsehen, Rundfunk und Presse zunächst nur selten zu Wort kamen, verstehen die faszinierenden Publikationsmöglichkeiten über das Internet für sich zu nutzen. In ihrer Außenseiterrolle als diejenigen, welche gegen den Strom schwimmen, gewinnen sie bei immer mehr Menschen große Sympathien. Das viele Klimaschützer zudem auf mehr staatliche Bevormundung und höhere Besteuerung setzen, tut ein Übriges. Weitere Beschränkungen der sowieso schon vielfach bedrohten persönlichen Freiheiten stossen bei den davon Betroffenen -wie ich meine grundsätzlich zu Recht- auf immer größeren Widerstand.
Doch damit ist noch nicht gesagt, daß die Klimaskeptiker in der Debatte um den Klimawandel auch in der Sache richtig liegen! Es bleibt die für unser aller Zukunft wichtigste Frage, ob denn nun ein menschengemachter Klimawandel unabsehbare Gefahren für das Überleben der Menschheit heraufbeschwört oder eben nicht. Ich will hier versuchen, anhand der wichtigsten Argumente der Klimaskeptiker, einer Antwort darauf nachzugehen.

Wer wissen will, wie die Klimaskeptiker denken, wird an vielen Stellen im Internet fündig. Auf Weltenwetter gibt es dazu einige Links. Eine sehr gute Zusammenfassung der wichtigsten Skeptikerargumente, die gleich im Einzelnen besprochen werden, bietet ein Vortrag des Dipl.-Met. Klaus-Eckart Puls "Unser Klima wird im Weltraum gemacht - Freispruch für CO2 ?" der hier in voller Länge nachzulesen ist (http://weltenwetter.blogspot.com/2007_02_25_archive.html).

Die Argumente der Klimaskeptiker

Die Klimaskeptiker setzen beim Klimawandel, der ihrer Ansicht ausschließlich auf natürlichen Vorgängen beruhen soll,voll und ganz auf die Sonne:

1. Für den Klimawandel ist die unruhige Sonne verantwortlich.
Die veränderliche Sonne steuert das Klima auf der Erde. Eine erhöhte Sonnenaktivität - und damit die verstärkt in die Atmosphäre und bis zum Boden vordringende elektromagnetische Strahlung der Sonne - bewirkt eine Erwärmung. Ausschlaggebend ist aber ein indirekter Effekt: Die mit zunehmender Sonnenaktivität erhöhte aus elektromagnetischen Wellen und geladenen Partikeln bestehende Sonnenstrahlung verstärkt das abschirmende Magnetfeld der Erde. Dadurch gelangt weniger kosmische Partikelstrahlung in die Atmosphäre, die ansonsten viele Kondensationskeime für Wolken erzeugt. Dadurch gibt es weniger Wolken, die das Sonnenlicht reflektieren. Die Wolken, die sich bilden sind zudem dunkler und reflektieren nicht mehr so gut das Sonnenlicht, denn weniger Kondensationskeime bedeuten größere Wolkentröpfchen. Beides zusammen führt letztlich zu einer Erwärmung am Boden und in der Troposphäre (Svensmark, H.; Friis-Christensen,E.: Variation of cosmic ray flux and global cloud coverage, a missing link in solar-terrestrial Physics; J.Atm.Sol.Terr.Phys., 59 (11), 1997, S.1225-1232). Die Treibhausgase haben dagegen so gut wie nichts mit dem Klima zu tun.

Meine Sichtweise: Neben der Sonne als externem Faktor, sind die internen Rückkopplungen im irdischen Klimasystem von entscheidender Bedeutung! Diese Rückkopplungen, an denen die Treibhausgase maßgeblich beteiligt sind, haben es immerhin fertig gebracht, auf der Erde über Jahrmilliarden ein lebensfreundliches Klima aufrechtzuerhalten, obwohl die Strahlungsintensität der Sonne seit Beginn des Lebens auf der Erde um die Hälfte zugenommen hat(http://www.pik-potsdam.de/PLACES/publications/datenfiles/SuW_2004_1.htm). Obwohl die Sonne früher also deutlich schwächer schien, erstarrte die Erde nicht dauerhaft zu einer Eiswüste. Es gibt noch einen weiteren interessanten Hinweis, der die entscheidende Rolle der Treibhausgase gegenüber der Sonne und den Wolken bei der globalen Erwärmung in unserer Zeit recht eindeutig belegt: Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind nämlich im Rahmen der globalen Erwärmung die Nachttemperaturen deutlich mehr angestiegen als die Tagestemperaturen (nachzulesen z.B. hier http://www.env.gov.bc.ca/air/climate/indicat/maxmin_id1.html und hier http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?artid=454199).

Wären es die Wolken, so müssten die Temperaturen am Tage mehr ansteigen als die in der Nacht, denn am Tage scheint die Sonne, die dann von weniger und dunkleren Wolken schlechter abgeschirmt würde. In der Nacht hingegen bedeuten weniger Wolken, daß es schneller kälter wird, denn Wolken absorbieren die Infrarotstrahlung des Bodens, erwärmen sich dabei und strahlen ihrerseits wieder im Infraroten, wovon ein Teil als Gegenstrahlung wieder den Boden erreicht. Dadurch wird der Boden zusätzlich erwärmt und so seine Auskühlung und die der bodennahen Luftschichten verzögert.

Sind es aber doch die Treibhausgase, so wirken diese natürlich rund um die Uhr. Am Tage bilden sich aber durch die verstärkte Erwärmung und die damit einhergehende erhöhte Luftfeuchtigkeit auch mehr tiefe Wolken, die das Sonnenlicht abschirmen und damit die zusätzliche Erwärmung durch mehr Treibhausgase etwas abschwächen. Dabei übersteigt die abkühlende Wirkung der Wolken durch Sonnenlichtreflektion die erwärmende Wirkung durch Infrarotabsorption und Rückstrahlung ( s.o.). In der Nacht scheint keine Sonne, aber die Treibhausgase sind nach wie vor wirksam und bekommen nun sogar noch Schützenhilfe durch die Wolken.


Einfluß der Wolken auf das Erdklima Quelle: Wikipedia

Ergebnis: Eine globale Erwärmung durch vermehrte Treibhausgase sollte eigentlich mehr auf die Nachttemperaturen durchschlagen! Genau das wird auch gemessen (s.o.)!

Die Sonne kann also bei der augenblicklichen globalen Erwärmung im Gegensatz zu den Treibhausgasen keine sehr große Rolle spielen.

Von einigen Klimaskeptikern wird sogar behauptet:

2. Der Treibhauseffekt ist nicht bewiesen. Die Atmosphäre hat kein Glasdach wie ein Gewächshaus. Entsprechende Vergleiche sind daher irreführend.

Meine Sichtweise: Der Vergleich mit einem Gewächshaus ist gar nicht so falsch, auch wenn die Atmosphäre natürlich kein Dach besitzt. Die Scheiben des Gewächshauses lassen die kurzwellige Strahlung der Sonne hindurch, welche dann den Boden erwärmen. Der erwärmte Boden des Gewächshauses strahlt entsprechend seiner Temperatur langwelliges Infrarot in Richtung Weltraum zurück, wodurch er abkühlt. Daneben überträgt er auch Wärme durch Konvektion (Luftumwälzung) und Wasserverdunstung an die Atmosphäre. Im Gewächshaus stellt sich ein Gleichgewicht zwischen der durch kurzwellige Einstrahlung der Sonne zugeführten Wärme und der durch Infrarotabstrahlung, Konvektion und Verdunstung vom Erdboden weggeführten Wärme ein. Die Infrarotstrahlung wird nun aber durch die Glasscheiben des Gewächshauses aufgefangen (absorbiert), die sich dabei erwärmen und eine Infrarotstrahlung entwickeln, die dann teilweise als Gegenstrahlung zum Boden zurückkommt. Damit wird der Gewächshausboden durch eine zusätzliche Wärmequelle erwärmt, wodurch sich seine Auskühlung verzögert. Es stellt sich ein neues Gleichgewicht bei höherer Bodentemperatur ein. Der nun wärmere Gewächshausboden erwärmt nun auch die Luft darüber entsprechend mehr. Die Umwälzung der Luft (Konvektion) im Gewächshaus nimmt zu. Das Gewächshausdach hält nun aber die Luft und damit auch die zusätzliche Wärme gefangen. Bei der Erdatmosphäre übernehmen die Treibhausgase die Rolle der Glasscheiben des Gewächshauses. Ein Dach gibt es hier zwar nicht, so daß die erwärmte Luft (zunächst) ungehindert aufsteigen kann und sich die zusätzliche Wärme über die gesamte Atmosphäre weit verteilen kann. Der eigentliche Treibhauseffekt, um den es hier geht, bleibt davon jedoch unberührt.

Anmerkung: Der Treibhauseffekt kommt dadurch zustande, daß der Erdboden die Strahlung der Sonne absorbiert, in Wärme umwandelt, die Atmosphäre von unten erwärmt, aber einiges von der Wärme auch wieder in den Weltraum abstrahlt (Infrarotstrahlung), wovon die Treibhausgase (Kohlendioxid, Wasserdampf, Methan, Lachgas) wiederum einen Anteil zurückhalten. Die Moleküle der Treibhausgase absorbieren bestimmte ausgewählte Wellenlängen der Infrarotstrahlung des Erdbodens - wobei sie in Schwingungen geraten - und geben einen Großteil der empfangenen Energie durch Stöße an die zahlreichen Nachbarmoleküle anderer Atmosphärengase ab. Die Atmosphäre erwärmt sich dabei ein wenig und beginnt im Infraroten zu strahlen. Ein Teil davon gelangt als infrarote Gegenstrahlung wieder zurück zum Erdboden, der dadurch wieder etwas Wärme zurückbekommt und so langsamer auskühlt. Der Rest der aufgenommenen Wärme wird durch die Treibhausgase in den Weltraum abgestrahlt. Aufgrund der verzögerten Auskühlung erwärmt sich der Erdboden durch die Sonnenstrahlung auf höhere Temperaturen, als wenn es keine Treibhausgase gäbe. Die Erdoberfläche strahlt dann dem Temperaturanstieg entsprechend mehr Infrarotstrahlung - mit den zahlreichen Wellenlängen, die die Treibhausgase nicht absorbieren können (Infrarotfenster) - in den Weltraum ab, so daß sich ein Strahlungsgleichgewicht auf diesem höheren Temperaturniveau einstellt. Der durch den Treibhauseffekt erwärmte Erdboden gibt seine zusätzliche Wärme von unten an die unteren Luftschichten der Troposphäre weiter. Die Wirkungen der Treibhausgase addieren sich, können sich aber auch gegenseitig überproportional verstärken. Nimmt beispielsweise die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Luft zu, so wird es nur ein wenig wärmer. Die wärmere Luft kann jedoch mehr Feuchtigkeit aufnehmen (s.u.). Wasser (H2O) ist ein wesentlich stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid. Damit verstärkt das H2O in der Atmosphäre den relativ geringen Treibhauseffekt des CO2 (Wasserdampfverstärkung).

Andere Klimaskeptiker erkennen den Treibhauseffekt zwar grundsätzlich an, halten ihn aber für zu gering um das Klima zu beeinflussen:


3. Der Treibhauseffekt reicht nur für einen globalen Temperaturanstieg von 0,5 bis 0,7 ° C. Dann sind die ausgewählten Absorptionswellenlängen endgültig gesättigt. Das gilt insbesondere für das Kohlendioxid (CO2). Mehr wäre nur mit der Wasserdampfverstärkung drin, und die ist nicht beweisbar.

Meine Sichtweise: Die Wasserdampfverstärkung erscheint meines Erachtens plausibel, denn wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, und Wasserdampf ist ein sehr effektives Treibhausgas. Die gemessene durchschnittliche Luftfeuchtigkeit hat zudem im Gleichschritt mit der globalen Erwärmung zugenommen (http://www.britischebotschaft.de/de/news/items/071011a.htm). Das ist zwar noch kein endgültiger Beweis, aber doch ein sehr deutlicher Hinweis.


Auch für die Vergangenheit der Erde wird ein entscheidender Einfluß der Treibhausgase auf das globale Klima bestritten, wobei die Klimaskeptiker sich auf Eisbohrkernuntersuchungen berufen:


4. Eisbohrkernuntersuchungen zeigen, daß sich immer erst die Temperatur veränderte und dann erst die Menge an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre. Das beweist: Die Treibhausgase haben schon in der Vergangenheit keinen Einfluß auf die globale Temperatur und damit das Klima gehabt, damals genauso wenig wie heute.



Der Anstieg der Temperaturen geht der Zunahme des Treibhausgases CO2 jeweils um 500 bis 1500 Jahre voraus und nicht umgekehrt! Ein durchschlagendes Argument der Klimaskeptiker? Quelle: Vortrag Klaus-Eckart Puls Bild durch Anklicken vergrößerbar!

Meine Sichtweise: Die Eisbohrkerne zeigen genau das, was die meisten Klimaforscher vorher schon länger erwartet hatten: In der Vergangenheit waren die Treibhausgase nicht das auslösende Moment des Klimawandels, sondern die Milankovich-Zyklen.

Anmerkungen: Die Eisbohrkerne werden aus Gletschern gewonnen und stellen ein einmaliges Klimaarchiv dar. In Gegenden, wo es kalt und feucht genug für eine Gletscherbildung ist wird der alljährlich fallende Schnee durch die Lagen von in späteren Jahren fallendem Schnee allmählich zusammengepresst und schließlich in Eis verwandelt. Sommerschnee bildet größere Eiskristalle als Winterschnee, so daß Eis-Jahresschichten entstehen, die eine spätere Altersbestimmung des Eises erlauben. Unter günstigen Bedingungen kann man aus Gletschereis kilometertiefe Eisbohrkerne gewinnen, die dann hunderttausende von Jahren in die Vergangenheit zurückreichen. Die Eisbohrkerne enthalten eine Fülle von Informationen über die Klimabedingungen der Vergangenheit. So enthält das Eis Lufteinschlüsse, die die Zusammensetzung der Atmosphäre zum jeweiligen Zeitpunkt verraten. Auch die Temperaturen lassen sich bestimmen, die zum Zeitpunkt herrschten, als der Schnee fiel, der dann später zur jeweiligen Eisschicht zusammengedrückt wurde. Dazu bedient man sich eines besonderen Tricks: Der Sauerstoff im Wassereis kommt in verschiedenen unterschiedlichen Isotopen vor, die zwar chemisch gleich sind, sich im Gewicht aber unterscheiden. Die beiden wichtigsten Varianten sind das leichte O16 - das den Löwenanteil ausmacht - und das schwere O18. Wasser mit der leichteren Form (Isotop O16) verdunstet eher als Wasser mit der schwereren Form (Isotop O18), so daß sich das leichtere Isotop O16 in den als Schnee fallenden Niederschlägen temperaturabhängig anreichern kann. Bei niedrigen Temperaturen verdunstete fast nur Wasser mit O16, bei höheren Temperaturen kam auch immer mehr Wasser mit O18 hinzu. Das O16/O18 – Verhältnis lässt also Rückschlüsse auf die Temperatur zu. Die Stärke der jeweiligen Niederschläge ergibt sich aus dem Dicke der Eisschichten. Auch Staubeinschlüsse lassen Rückschlüsse auf Kalt- oder Warmzeiten zu.In Kaltzeiten ist die Luft staubiger, in Warmzeiten wird der Staub durch die dann häufigeren und stärkeren Niederschläge aus der Luft gewaschen. Die Staubverteilung zeigt dagegen die jeweils vorherrschenden Windrichtungen an. Vulkanausbrüche verraten sich durch eine Ascheschicht in den Eisbohrkernen.

Die Milankovich-Zyklen sind periodische Veränderungen der Erdumlaufbahn um die Sonne, die durch die Schwerkrafteinwirkung anderer Planeten unseres Sonnensystems verursacht werden. Dadurch ändert sich erstens die Bahn der Erde selbst. Sie ist einmal mehr elliptisch und dann wieder beinahe kreisförmig (hohe und niedrige Exzentrizität). Das hat natürlich Auswirkungen auf die Sonneneinstrahlung. Zweitens ändert sich der Neigungswinkel der Rotationsachse zur Senkrechten auf der Bahnebene, d.h. die Erde neigt sich mal mehr und mal weniger zur Sonne hin. Die Jahreszeiten sind dann mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Und drittens taumelt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne wie ein sich drehender Kreisel (Präzession). Dadurch herrscht auf der Nordhalbkugel (Südhalbkugel) einmal Sommer (Winter), wenn die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn erreicht und das andere Mal sind die Rollen von Nord- und Südhalbkugel vertauscht. Die Winter und Sommer auf den Erdhalbkugeln fallen dann jeweils wärmer oder kälter aus.


Quelle: http://www.global-greenhouse-warming.com/images/MilankovitchCycles.jpg
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Die Änderungen bei der Sonneneinstrahlung und damit auch die Veränderungen der globalen Temperatur (oder Temperaturverteilung) aufgrund der Milankovich-Zyklen führen zu Veränderungen bei den Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre, die dann wiederum die anfangs kleinen Temperaturänderungen verstärken. So wird z.B. bei einer leichten Erwärmung durch Milankovich, aus den Ozeanen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt, wodurch sich der Treibhauseffekt verstärkt. Nur durch die Vermittlung der Treibhausgase lässt sich das tatsächliche Ausmaß der Temperaturschwankungen zwischen Eis- und Warmzeiten erklären (Rahmstorf). Die Milankovich-Zyklen sind der Taktgeber und die Treibhausgase die Verstärker des Klimawandels! Durch die vom Menschen zusätzlich in die Atmosphäre entlassenen Treibhausgase wird der natürliche Klimawandel übersteuert.

5. Die derzeitige Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ist nicht außergewöhnlich in der Erdgeschichte und daher auch nicht besorgniserregend.
In den vergangenen 250 Millionen Jahre der Erdgeschichte bis vor etwa zwei Millionen Jahren lag der CO2-Gehalt der Atmosphäre durchgehend über dem heutigen Wert von 380 ppm(ppm=parts per million; 1 ppm=1 Teil auf 1 Million Teile), die meiste Zeit sogar beim doppelten oder dreifachen Wert - bis hin zu 1400 ppm! Quellen: 1. U.Berner u. H.Streif, Klimafakten, Nägele, Stuttgart, 2001; 2. C.McElwain et al., Nature, 435, 479, 2005).

Meine Sichtweise: Tatsächlich gab es in der Erdgeschichte schon deutlich höhere CO2-Werte als heutzutage. Allerdings war auch die Energieabstrahlung der Sonne umso geringer, je weiter man zeitlich zurückgeht. Im Laufe der Erdgeschichte hat sich die Leuchtkraft der Sonne um knapp 10 % pro eine Milliarde Jahre erhöht. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Ursache ist eine allmäliche Zunahme der Wasserstoff-Fusion zu Helium im Sonneneinneren. Dabei handelt es sich um einen ganz normalen Vorgang im Rahmen der Entwicklung eines Sterns, wobei die Zunahme der Leuchtkraft massenabhängig ist. Darüber hinaus gab und gibt es auch periodische Aktivitätsschwankungen der Sonne und die schon beschriebenen Milankovich-Zyklen. Das Klimasystem der Erde schaffte es aber trotzdem, die Temperaturen auf der Erde und damit auch das Klima stets im lebensfreundlichen Bereich zu halten. Das funktioniert so: Wird es beispielsweise wärmer, so nimmt auch die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit zu. Das führt zu vermehrter Wolkenbildung und damit auch zu mehr Niederschlägen. Dadurch wird CO2 aus der Luft "ausgewaschen". Das im Wasser der Regentropfen als Kohlensäure gelöste CO2 führt zu Gesteinsverwitterung, wobei sich Carbonate bilden, die als Sedimente am Meeresgrund abgelagert werden. Dieser Vorgang wird durch kalkschalenbildende Meeresorganismen unterstützt. Das Treibhausgas CO2 wird damit über längere Zeiträume gebunden und so der Atmosphäre entzogen. Ein verminderter Treibhauseffekt löst eine deutliche Abkühlung und zunehmende Vereisung des Planeten aus. Einerseits geht die Verwitterung zurück, weil die kühlere Luft weniger Feuchtigkeit aufnimmt und es damit auch weniger Niederschläge gibt. Andererseits blockiert das neugebildete Eis die Verwitterung auch direkt. Da durch den Vulkanismus aber ständig CO2 nachgeliefert wird, reichert sich das Treibhausgas in der Atmosphäre an, wodurch es wärmer wird, das Eis wieder schmilzt und eine positive Rückkopplung startet. Als die Sonne schwächer war, profitierte die Erde von einem wesentlich höheren Treibhausgasanteil in der Atmosphäre. Mit zunehmender Leuchtkraft der Sonne wurden die dann überschüssigen Treibhausgase vom Planeten Erde eingelagert. So kamen wir zu unseren fossilen Brennstoffen! Heutztage sind wir dabei, diese Lagerstätten wieder aufzulösen, ohne das eine schwächere Sonne das erfordert. Damit setzen wir einen für das Leben auf der Erde entscheidenden Steuerungsmechanismus des Klimasystems leichtfertig außer Kraft.


6. Es gibt keine eindeutigen Anzeichen einen tiefgreifenden Klimawandel und erst recht nicht für eine drohende Klimakatastrophe. Ein Zusammenhang von Klimawandel und Treibhausgasen ist schon gar nicht nachweisbar.

Meine Sichtweise: Die Anzeichen für einen dramatischen Klimawandel sind inzwischen wirklich unübersehbar. Hier ein paar Beispiele:

1. Abschmelzen des Arktischen Meereises:
Beim Abschmelzen des Meereises der Arktis kommt die darunter liegende wesentlich dunklere ozeanische Wasseroberfläche zum Vorschein. Die Sonnenstrahlung wird in wesentlich geringerem Ausmaß reflektiert, als zuvor, so daß sich die Erwärmung verstärkt, denn die dunkle Wasseroberfläche (niedrige Albedo, d.h. geringes Reflektionsvermögen) absorbiert die Sonnenstrahlung deutlich besser als eine helle Eisoberfläche (hohe Albedo, d.h. großes Reflektionsvermögen), erwärmt sich dementsprechend mehr und heizt dann auch die Luftschichten darüber. Es liegt eine sich selbst verstärkende positive Rückkopplung vor – je mehr Eis geschmolzen ist, umso stärker die Erwärmung, wodurch noch mehr Eis schmilzt usw. - die von einem bestimmten Punkt an nicht mehr aufzuhalten ist. Diese so genannte Eis-Albedo-Rückkopplung sorgte in den letzten Jahrzehnten für überproportional zunehmende Temperaturen in der Arktis, verglichen mit den anderen Regionen auf der Nordhalbkugel.



Rückgang des Meereises am Nordpol Quelle: NASA
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2.Eisschmelze in Grönland: Auch das grönländische Festlandeis geht zurück, wenn auch vorerst insgesamt gesehen noch relativ langsam. In Höhenlagen von unter 1500m geht das Eis zwar deutlich zurück, in höher gelegenen Regionen jedoch, nimmt die Dicke des Eisschildes zu. Das erscheint zunächst verwunderlich, aber es gibt eine einfache Erklärung dafür: Durch die globale Erwärmung verdunstet zunächst mehr Wasser. Das Landesinnere von Grönland, wo die Temperaturen in den dort vorherrschenden Höhenlagen von über 1500 m stets unter Null bleiben, wirkt als Kältefalle. Der erhöhte Wasserdampfgehalt der Luft führt zu vermehrten Niederschlägen, die wegen der großen Kälte dort als Schnee fallen. Dadurch nimmt das Inlandeis zu. In den Randzonen von Grönland, in Höhenlagen von unter 1500 m schmelzen die Gletscher aber mit wachsendem Tempo. Das Schmelzwasser auf den Gletschern sickert durch die Eisschicht hindurch und ruft dabei tiefe spiralförmige Löcher hervor, durch die weiteres Wasser, aber auch Gesteinstrümmer leicht eindringen können. Die Gesteinstrümmer geraten dabei in eine kreisförmige Bewegung und sorgen so für eine deutliche Erweiterung der Löcher, wobei sie selbst rund geschliffen werden. Da die Steine ähnlich wie das Mahlwerk einer Mühle das Gletschereis zermahlen, spricht man auch von Gletschermühlen. Durch die stark erweiterten Löcher können nun noch viel größere Mengen an Schmelzwasser vordringen und bis an die Unterseite der Gletscher gelangen, wo sie wie ein Schmiermittel wirken. Die Fließgeschwindigkeiten der Gletscher erhöhen sich dadurch drastisch. Immer mehr Festlandsgletscher rutschen so immer schneller ins Meer (Rahmstorf).


Schmelzwasser gelangt durch Gletschermühlen (moulins), aber auch durch sich erweiterndeGletscherspalten (crevasses) unter den Gletscher und wirkt auf dem felsigen Untergrund wie einSchmiermittel. Quelle: http://www.pnas.org/cgi/reprint/0705414105v1 Bild durch Anklicken vergrößerbar!

Die Eismassen Grönlands werden so nach und nach instabil und geraten ins Rutschen. Dadurch gelangt Eis aus größeren in geringere Höhenlagen und beginnt auch zu schmelzen. Bei einem vollständigen Abschmelzen des grönländischen Eisschildes würde der Meeresspiegel um über 7m ansteigen. Aber auch wenn nur Teile des Eisschildes, etwa in Südgrönland, betroffen wären, kämen noch immer rund 3 m dabei heraus!

3. Heißere und trockenere Sommer:
Durch die globale Erwärmung sind auf der Nordhalbkugel in West- und Mitteleuropa heißere Sommer mit länger anhaltenden Trockenzeiten häufiger geworden. Das hängt mit einer Verlagerung des Polarfrontjetstreams in Richtung Nordpol zusammen, wodurch Mitteleuropa häufiger unter Hochdruckeinfluss gerät. Ursache für diese Verlagerung ist ein „Vordringen“ der tropischen Warmluft und ein „Rückzug“ der Kaltluft in die engere Polarregion.

Anmerkung : Der Polarfrontjetstream, ein starker Höhenwind entsteht durch das Aufeinandertreffen von tropischer Warmluft und polarer Kaltluft in mittleren oder höheren Breiten an der sogenannten Polarfront. Da der Luftdruck in warmer Luft mit zunehmender Höhe langsamer zurückgeht als in kalter Luft, entsteht in der Höhe ein Luftdruckgefälle (Druckgradient). Dieses ruft einen polwärts gerichteten Höhenwind (Jetstream) hervor, der aber von der Erdrotation abgelenkt wird und so zu einem Westwind wird, der sich oft bis zum Boden hin durchsetzt (Westwindzone, Westdrift). Der Druckgradient ist nicht an allen Abschnitten der Polarfront genau gleich groß und damit auch nicht die Windgeschwindigkeiten innerhalb des Jetstreams. Durch diese Unregelmäßigkeiten beginnt der Jetstream zu mäandern (Rossby-Wellen). Die Wellenberge (Hochkeile, Höhenrücken)enthalten tropische Warmluft, die Wellentäler(Höhentröge)dagegen polare Kaltluft.


Polarfrontjetstream mit Höhentrögen und Hochkeilen
L=Low Pressure Systeme (Tief), H=High Pressure Systeme (Hoch) Quelle:
http://geography.sierra.cc.ca.us/ Bild durch Anklicken vergrößern!

Innerhalb des Jetstreams bilden sich durch kleine Störungen (Konvergenzen und Divergenzen) Turbulenzen, aus denen sich dynamische Hoch- und Tiefdruckwirbel entwickeln, welche dann eine Durchmischung von polarer Kaltluft und tropischer Warmluft herbeiführen. Hochdruckwirbel sind abwärts gerichtet (Höhenkonvergenz), so daß die Luft sich erwärmt und Wolken sich meistens schnell auflösen (trockenes Wetter). Tiefdruckwirbel sind dagegen aufwärts gerichtet (Höhendivergenz), wodurch die Luft abkühlt, was wiederum die Wolkenbildung begünstigt. Die Hochs scheren in Richtung Äquator aus und bilden zusammen den subtropischen Hochdruckgürtel, während sich die Tiefs eher polwärts orientieren. Die Tiefs werden durch den Jetstream von Westen nach Osten mitgenommen und sorgen in den Gebieten unter ihren Zugbahnen für wechselhaftes Wetter mit Wolken und häufigen Niederschlägen sowie zwischenzeitlicher Aufheiterung (Zwischenhochs) bei relativ milden Temperaturen.


Auch auf der Südhalbkugel hat sich der Polarfrontjetstream polwärts verlagert, wodurch sich z.B. die lang anhaltenden Dürreperioden in Australien oder die Eisschmelze auf der westantarktischen Halbinsel erklären lassen.

4. Häufigere Starkregenfälle: Durch die überproportionale Erwärmung der Arktis wird auf der Nordhalbkugel das Temperaturgefälle an der Polarfront geringer. Dadurch entstehen häufiger blockierende Hochdruckgebiete und Kaltlufttropfen.

Anmerkung: Bei einem abnehmenden Temperaturgefälle geht die Strömungsgeschwindigkeit im Jetstream deutlich zurück. Die Rossby-Wellen innerhalb des Jetstreams werden dann oft so stark, daß die Höhenströmung schließlich ganz und gar zusammenbricht. Die dynamischen Hoch- und Tiefdruckgebiete in der Westwindzone werden dadurch "eingefroren". Die Hochs blockieren dann die Tiefs („blocking action“), welche sich daraufhin von der Westwindzone trennen („cut off“). Polwärts bildet sich eine neuer Jetstream ohne Rossby-Wellen mit hoher Strömungsgeschwindigkeit. Da so kein Temperaturausgleich stattfinden kann, werden die Temperaturgegensätze zwischen tropischer Warmluft und polarer Kaltluft immer größer, bis sich durch Instabilitäten wieder Rossby-Wellen bilden und damit auch wieder neue dynamische Hoch- und Tiefdruckgebiete entstehen können.



Bildung eines Kaltlufttropfen (Cold Outbreak)
L= Low Pressure Systeme (Tief), H=High Pressure Systeme (Hoch)
Quelle:
http://geography.sierra.cc.ca.us/ Bild durch Anklicken vergrößern!

Da die von der Westwindzone losgelösten Tiefs ursprünglich auf der Kaltluftseite der Polarfront entstanden sind, handelt es sich bei ihnen um Bereiche kalter Luft, die von der wärmeren Umgebungsluft der Warmluftseite völlig eingeschlossen sind (Kaltlufttropfen). Als kalte Höhentiefs über relativ warmer Luft - eine labile Luftschichtung also - „saugen“ sie die Luft nach oben. Diese kühlt dabei ab, und es entwickeln sich viele Quellwolken (Cumulus, Cumulunimbus). Heftige Niederschläge (Starkregen, Schnee) und oft auch Gewitter (Hagel) sind die Folge.

In den Gegenden unter dem Einfluß der blockierenden Hochs herrscht vor allem in den Sommermonaten sehr heißes und trockenes Wetter. Durch die Kaltlufttropfen kommt es aber dann auch immer wieder zu Starkregen, begünstigt noch durch die mit den steigenden Temperaturen einhergehende erhöhte Luftfeuchtigkeit. Eine derartige zweigeteilte Wetterlage dürfte also bei anhaltender globaler Erwärmung immer öfter vorkommen (IPCC).

5. Verlängerung der Vegetationsperioden: Die durchschnittliche Vegetationsperiode der Pflanzen in den gemäßigten Breiten ist in den letzten Jahrzehnten um ca. 14 Tage länger geworden. Ein Beispiel aus Deutschland:


Links: Laubentfaltung der Hängebirke (Betula pendula) zwischen 1951 und 2000:
Rote Quadrate: Stationen mit Verspätungen (positiver Trend), Kreise: Stationen mit Verfrühungen, wobei gelb = schwach negativer, blau = stark negativer Trend , große Symbole: Stationen mit signifikanten Trends.
Rechts: Laubverfärbung zwischen 1951 und 2000:
Blaue Quadrate: Stationen mit Verspätungen (positiver Trend); Rote Kreise: Stationen mit Verfrühungen, große Symbole: Stationen mit signifikanten Trends.
Das eindeutige Überwiegen der blauen (und der gelben) Kreise und Quadrate zeigt die Verlängerung der Vegetationsperiode innerhalb von 30 Jahren.
Quelle: http://www.waldwissen.net/
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6.Veränderungen in der Tierwelt:

Viele Vogelarten in Europa und Nordamerika brüten im Mittel 6 bis 14 Tage früher als noch vor 30 Jahren. Bei den Zugvögeln in den mittleren Breiten wird in den letzten Jahrzehnten ein zunehmend späterer Wegzug, ein früherer Heimzug, eine Verkürzung der Zugstrecken oder häufigeres Überwintern im Brutgebiet beobachtet. So kommen Zugvögel nun um 1,3 bis 4,4 Tage pro Jahrzehnt früher an (http://www.waldwissen.net/).

Tiere die früher nur in tropischen oder subtropischen Regionen zuhause waren, wandern zunehmend in höhere Breiten ein. Kälteliebende Arten ziehen sich immer mehr in die engere Umgebung der Pole zurück. Das gilt für Land- und Meeresbewohner gleichermaßen (Tim Flannery, Wir Wettermacher http://www.wir-wettermacher.de/home).

7. Gletscherschmelze:
Weltweit schrumpfen die Gletscher. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen (ganze 1% aller Gletscher), wie beispielsweise die Gebirgsgletscher in Norwegen. Durch die mit der zunehmenden globalen Erwärmung einhergehende Verlagerung des Polarfrontjetstreams nach Norden (s.o.) verlaufen auch die Zugbahnen der Tiefdruckwirbel weiter nördlich. Die Tiefs bringen Niederschläge, die in den Höhenlagen der norwegischen Gebirge häufig als Schnee fallen und dadurch wiederum die örtlichen Gletscher wachsen lassen. Die wachsenden Gletscher in Norwegen widersprechen also keinesfalls dem Befund einer globalen Erwärmung, sondern sind als eindrucksvolle Bestätigung aufzufassen!

8. Zunahme der Tages- und der Nachttemperaturen: Die Nachttemperaturen sind im Rahmen der globalen Erwärmung eindeutig mehr angestiegen als die Tagestemperaturen. Das ist (möglicherweise) ein indirektes Indiz für einen verstärkten Treibhauseffekt (s.o.).

usw. usf.

7. Klimamodelle können die Wirklichkeit nicht abbilden.
Die Rückkopplungen im irdischen "Klimasystem" mit Atmosphäre, Meer, Eis und Gletschern, Biosphäre, Vulkanismus, Gesteinsoberflächen und anderem mehr sind unendlich kompliziert und lösen ganz unterschiedliche gegenseitige Reaktionen verschiedenster Größenordnungen aus, die rechnerisch nicht zu beherrschen sind. Deshalb sind die aus vereinfachten Annahmen darüber abgeleiteten Computermodelle nicht realistisch und bilden die tatsächlichen Naturprozesse nicht richtig ab.
Meine Sichtweise: Die computergestützten Klimamodelle mögen ja immer noch ihre Schwächen haben, doch mit jeder neuen Erkenntnis über das Klimasystem der Erde (und das anderer Planeten) werden sie besser. Inzwischen sind sie schon in der Lage zumindest das Klima der Vergangenheit sehr gut zu simulieren. So werden Eiszeiten und Warmzeiten genauso abgebildet, wie sie aus Eisbohrkernuntersuchungen rekonstruiert wurden. Grund genug den Klimamodellen ein gewisses Vertrauen entgegenzubringen. Es ist also kein hoffnungsloses Unterfangen, Zukunftsszenarien des Klimawandels zu entwerfen! Irrtümer sind natürlich immer möglich, bringen die Klimaforschung aber letztendlich auch immer ein Stück voran!

Als Beweise fur das Versagen der Klimamodelle werden besonders die folgenden drei Punkte immer wieder gerne angeführt:

8. Die von den Klimamodellen vorausgesagte Zunahme der Stürme und Sturmfluten in den mittleren Breiten ist nicht eingetreten.
Meine Sichtweise: Bis Anfang der neunziger Jahre des 20.Jahrhunderts gab es - wie befürchtet - mehr und stärkere Stürme. Danach kehrte sich der Trend allerdings tatsächlich um.

Eine mögliche Erklärung: Die Stärke und die Anzahl der Stürme wird durch das Temperatur- und Druckgefälle (Gradient) an der Polarfront und die Stärke des Polarwirbels beeinflusst:
Ein hoher Temperaturgradient an der Polarfront führt auch zu einem ausgeprägten Druckunterschied zwischen Islandtief und Azorenhoch (positiver NAO-Index). Beide Druckgebilde verstärken wiederum gemeinsam die Polarfront, indem sie polare Kaltluft (Islandtief) und tropische Warmluft (Azorenhoch) heranführen und in die Polarfront einspeisen. Das verstärkt den Gradienten und damit auch die Polarfront. Das beschleunigt den Polarfrontjetstream, dessen Turbulenz dadurch ansteigt. Anzahl und Stärke der Sturmtiefs nehmen dementsprechend zu. Die Sturmtiefs werden in der Westwindzone nach Osten getragen. In den Gebieten unter ihren Zugbahnen sorgen sie für mildes und feuchtes Wetter.
Anmerkung: Der NAO - Index (NAO = Nordatlantische Oszillation) beschreibt den Druckunterschied zwischen Islandtief und Azorenhoch. Ein positiver Index steht für einen großen (hohe Sturmaktivität), ein negativer Indes für einen geringen Druckunterschied (niedrige Sturmaktivität).
Der Polarwirbel bildet sich in der Stratosphäre, der nächsthöheren Atmosphärenschicht oberhalb der Troposphäre, in der sich die allermeisten Wettervorgänge abspielen. Der Polarwirbel ist ein Tiefdruckwirbel, der bis in die mittlere Troposphäre hinabreicht.
Anmerkung: Die Stratosphäre enthält größere Mengen an Ozon, das die für das Leben gefährlichen Anteile der von der Sonne kommenden Ultraviolettstrahlung absorbiert. Deshalb ist die Stratosphäre deutlich wärmer als die obere Troposphäre.

Die Zunahme von Treibhausgasen wirkt in der Troposphäre erwärmend (Treibhauseffekt), in der Stratosphäre jedoch abkühlend. Der Grund für die stratosphärische Abkühlung: Die Infrarotstrahlung vom Erdboden erreicht kaum noch die Treibhausgase in der Stratosphäre, da die Treibhausgase in der Troposphäre schon fast alles absorbiert haben. Die Treibhausgase in der Stratosphäre werden aber durch Zusammenstöße mit Nachbarmolekülen anderer Atmosphärengase angeregt, und da die Luft in dieser Atmosphärenschicht schon sehr dünn ist, strahlen sie einen erheblichen Teil der Wärme in den Weltraum ab, bevor sie durch erneute Zusammenstöße mit Nachbarmolekülen wieder zurückgegeben werden kann. Diese Wärme geht der Stratosphäre somit unwiderruflich verloren. Deshalb wirkt eine Zunahme von Treibhausgasenin in der Stratosphäre abkühlend! Das macht sich ganz besonders in der Polarnacht bemerkbar, wo es praktisch keine Wärmezufuhr durch die Sonne mehr gibt. Der Polarwirbel wird durch den dann zunehmenden Temperaturgradienten in der Stratosphäre stärker. Der Polarwirbel treibt wiederum den Polarfrontjetstream und damit die Westdrift an. Die Sturmaktivität nimmt zu (positiver NAO-Index).
Die Klimamodelle bewerteten den Einfluß des Polarwirbels auf die Sturmaktivität als entscheidend. Das bedeutet aber durch die Zunahme der Treibhausgase auch in der Stratosphäre, wo sie ja abkühlend wirken, automatisch einen stärkeren Polarwirbel, also auch eine Zunahme der Anzahl und Stärke der Sturmtiefs. Man unterschätzte dabei allerdings die Auswirkungen eines durch die überproportionale Erwärmung der Arktis veringerten Temperaturgradienten an der Polarfront. Der Einfluß des Polarwirbels wurde dadurch allmälich überkompensiert bis die Stürme schließlich nachließen.

Diese teilweise Fehleinschätzung der Sturmtiefentwicklung in den mittleren Breiten spricht nun aber keinesfalls grundsätzlich gegen Klimamodelle, denn diese werden mit jedem erkannten Fehler letztendlich ein Stück besser.
9. Seit einem Jahrzehnt ist die globale Duchschnittstemperatur nicht mehr angestiegen und in den letzten Jahren ist es sogar kühler geworden. Das hat kein einziges der hochgelobten Klimamodell vorausgesehen!
Die Natur macht derzeit das Gegenteil dessen, was die eine zunehmende Erwärmung prognostizierenden Modelle immer rechneten. Trotz einer weitereren Zunahme des Treibhausgases CO2 wird es nicht mehr wärmer und neuerdings sogar kälter. Das Temperatursignal hat sich also von der CO2-Entwicklung abgekoppelt. Der Rekordwinter 2007/2008 mit seinen spektakulären Kälteeinbrüchen bis weit in den Süden, unterstreicht diesen neuen Trend und führt die angebliche globale Erwärmung ad absurdum.


Wintereinbruch in Athen, Griechenland Quelle: Forum der Wetterzentrale
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Meine Sichtweise: Die neuerdings tatsächlich feststellbare, bisher aber noch sehr geringe Abnahme der globalen Durchschnittstemperatur beruht meiner Meinung nach womöglich auf internen Rückkopplungen des Klimasystems, die von der vorausgegangene starke globale Erwärmung ausgelöst wurden. So etwas gab es anscheinend auch schon in den sechziger Jahren und der ersten Hälfte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Damals wie heute war dafür wahrscheinlich eine Abschwächung des Golfstromes verantwortlich.



Globale Durchschnittstemperatur bis 2007
Quelle: Hadley Centre for Climate Change
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Anmerkung: Der Golfstrom, die „Warmwasserheizung“ Europas , ist Teil eines weltweiten Kreislaufs von Meeresströmungen, die gemeinsam mit den Luftströmungen der globalen atmosphärischen Zirkulation, die Wärme von der von der Sonne intensiv beschienenen Äquatorregion, hin zu den Polen der Erde umverteilen, wo die Sonnenstrahlen nur vergleichsweise wenig Kraft entwickeln. Der Golfstrom wird, wie alle anderen Meeresströmungen auch, überwiegend durch Winde angetrieben. Aber es gibt noch einen "Hilfsmotor": Das nach Norden strömende Wasser gibt seine Wärme allmählich an die Luft darüber ab und wird dabei immer kühler, aber auch immer salzhaltiger, denn auf seiner langen Wegstrecke verdunstet viel Wasser. Die Dichte des übrig gebliebenen Wassers nimmt so nach und nach zu, bis es langsam abzusinken beginnt. Dabei bilden sich unter dem Einfluss der Erdrotation abwärts gerichtete Wirbel in denen das relativ kühle und salzhaltige Wasser wie im Auslauf eines Waschbeckens, in die Tiefe verschwindet. Derartige Absinkzonen befinden sich westlich der Südspitze Grönlands, sowie südlich und nördlich von Island. Als kalte Tiefenströmung gelangt das Wasser wieder zurück in den Süden. Die vom Golfstrom an die Luft abgegebene Wärme gelangt mit den über dem Nordatlantik vorherrschenden Westwinden bis nach Europa.

Hinzu kamen noch die Sulfataerosole: In den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts erlebten Europa, die USA und Japan spektakuläre Wirtschaftaufschwünge , die mit einer starken Luftverschmutzung einhergingen. Dadurch stieg die Konzentration der Sulfataerosole in der Atmosphäre. Sulfataerosole reflektieren direkt das Sonnenlicht und unterstützen als Kondensationskeime die Bildung von Wolken, welche ebenfalls das Sonnenlicht reflektieren. Durch eine erhöhte Anzahl an Kondensationskeimen bilden sich zudem besonders kleine Wassertröpfchen, wodurch die Wolken auch besonders hell erscheinen und entsprechend gut das Sonnenlicht reflektieren. Die Sulfataerosole wirken damit abkühlend. In den siebziger Jahren führten Umweltschutzmaßnahmen in den betreffenden Staaten zu einem deutlichen Rückgang der Luftverschmutzung und damit der Sulfataerosole. Die Wirksamkeit der Treibhausgase nahm daraufhin zu und die globale Temperatur kletterte wieder. In den achtzigern, vor allem aber in den neunziger Jahren begann es in den asiatischen Tigerstaaten (China, Taiwan, Südkorea, Malaysia, Singapur, Vietnam und Indien). Es begann eine beispiellos schnelle, nachholende Industrialisierung, die bis heute auf begleitende Umweltschutzmaßnahmen leider weitestgehend verzichtet. Und schon sind sie wieder in großen Mengen da, die abkühlenden Sulfataerosole!

Anmerkung: Eine vorübergehende Abkühlung könnte - neben dem Einfluß der Sulfataerosole - meines Erachtens auf dem folgenden Mechanismus beruhen, den ich mir als "Gegenreaktion" des Klimasystems auf die globale Erwärmung vorstelle:
Die im Verlauf der letzten Jahre überproportionale Erwärmung in der Arktis vermindert den Temperatur- und Druckgradienten an der Polarfront. Der Jetstream wird dadurch langsamer und damit gibt es auch weniger und schwächere Stürme. Die mit der Erwärmung einhergehende Eisschmelze in der Arktis schwächt darüber hinaus die thermohaline Zirkulation des Golfsstroms (genauer: der nordatlantische Arm wird schwächer, der subtropische Arm dagegen stärker). Normalerweise verstärkt das warme Golfstromwasser das Islandtief - durch die erhöhte Wasserverdunstung bekommt es mehr "Treibstoff" in Form von latenter Wärme - und damit auch den Luftdruckgradienten zwischen Islandtief und Azorenhoch. Die beiden Druckgebilde sind ihrerseits die „Antriebsräder“ des Polarfontjetstreams und verstärken die Polarfront durch vermehrtes "Einspeisen" von tropischer Warmluft und polarer Kaltluft. Ein schwach ausgeprägter Golfstrom im Nordatlantik schwächt also Islandtief und Azorenhoch und damit die Polarfront. Der dadurch langsamere Jetstream mäandert deutlich stärker als zuvor, so daß die polare Kaltluft von ihm nicht mehr so gut "eingeschlossen“ wird. Vor allem im Winter kommt es zu gehäuften, extremen Kaltluftausbrüchen nach Süden (Kaltlufttröge und Kaltlufttropfen). Das passiert nicht unbedingt zuerst in direkter Nachbarschaft des geschwächten Golfstroms, sondern dort wo die Kaltluft am besten vorankommt, also über schnelle auskühlenden (kontinentalen) Landmassen wie beispielsweise Zentralasien oder Nordamerika. Die Extremwinterereignisse auf der Nordhalbkugel führen zu einer starken Eisneubildung in der Arktis -und vielleicht auch darüber hinaus- und zu sehr ergiebigen Schneefällen. Dadurch entsteht über eine erhöhte Albedo eine positive Rückkopplung, die zu einer weiteren Abkühlung führt. Der subtropische Arm des Golfstroms wird dagegen wärmer, wodurch wiederum die Entstehung tropischer Wirbelstürme begünstigt wird. Auch Kaltlufttropfen könnten sich zu echten Wirbelstürmen entwickeln, wenn sie denn weit nach Süden gelangen und über ausreichend warme Wasseroberflächen wie etwa das Mittelmeer ziehen. Nach einiger Zeit schwingt das Pendel in Richtung Erwärmung zurück, denn durch die Abkühlung steigt der Temperatur- und Druckgradient an der Polarfront wieder. Dann entstehen mehr Sturmtiefs, die unter ihren Zugbahnen für milde Wetterverhältnisse sorgen. Der schneller strömende Jetstream schließt die polare Kaltluft wieder besser ein, so daß Kaltluftausbrüche seltener vorkommen. Die massive Eisneubildung in der Arktis während der vorübergehenden Abkühlung bringt auch die thermohaline Zirkulation des Golfstroms wieder so richtig in Schwung, wodurch die Polarfront noch zusätzlich verstärkt wird. All diese Faktorenbringen gemeinsam eine deutliche Erwärmung, die wohlmöglich deutlicher ausfällt als die Erwärmungsperiode vor der zwischenzeitlichen Abkühlung. Das Klima pendelt dann zwischen kurzfristiger Abkühlung und zunehmender Erwärmung hin und her bis es irgendwann vielleicht „entgleist“, entweder in Richtung einer kleinen Eiszeit, eher wohl aber in Richtung einer drastischen Erwärmung auf der Nordhalbkugel. Dabei wird sicher das Treibhausgas Methan eine wichtige Rolle spielen. Es wird bei ansteigenden Temperaturen durch Zerfall der Methanhydrate am Meeresgrund und durch das Auftauen des Permafrostbodens in der Arktis freigesetzt und dann wiederum die Erwärmung in einer positiven Rückkopplung verstärken. Dann könnte der grönländische Eisschild schneller abschmelzen, als wir uns das bisher vorzustellen wagten und der Meeresspiegel würde um mehrere Meter ansteigen(s.o.)! Soweit mein kleines Szenario. Die offizielle Klimaforschung sieht das allerdings anders:
Meistens wird auch eine nur vorübergehende Abkühlung praktisch ausgeschlossen (z.B. Rahmstorf, Mann). Einige Wissenschaftler halten das aber durchaus für möglich, wenn sich natürliche Schwankungen der Meeresströmungen (Golfstrom)und der allgenmeine Erwärmungstrend so überlagern, daß das eine das andere etwas überwiegt (Keenlyside, Latif). Als Folge einer Reaktion des Klimasystems auf die globale Erwärmung wird eine mögliche vorübergehende Abkühlung aber wohl nicht gesehen.

Die vorübergehende Abkühlung widerspricht also anscheinend nicht der globalen Erwärmung, sondern ist womöglich sogar ihr vorübergehendes Ergebnis!

10. Die Warnungen vor einem Anstieg des Meeresspiegels sind Panikmache.
Anstatt der laut Klima-Modellen parallel zur globalen Erwärmung errechneten Beschleunigung ab etwa 1850 ist eine Verlangsamung des Meeresspiegelanstiegs eingetreten: Von 10cm in der ersten Hälfte auf 7cm in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Meeresspiegel an der deutschen Nordseeküste ist seit 400 Jahren nicht mehr so langsam gestiegen wie im 20. Jahrhundert (Klaus-Eckart Puls).
Meine Sichtweise: Seit dem Beginn der Industrialisierung bis heute hat sich der Anstieg des Meeresspiegels deutlich beschleunigt. Im gesamten 18. Jahrhundert erhöhte er sich nur um 2 cm, im 19. Jahrhundert bereits um 6 cm, und im 20. Jahrhundert bereits um 19 cm.
Der durchschnittlich gemessene Anstieg des Meeresspiegels betrug im 20. Jahrhundert 1,7 ± 0,5 mm pro Jahr, zwischen 1961 und 2003 jährlich 1,8 ± 0,5 mm. Die Anstiegsraten beschleunigten sich also zuletzt. Zwischen 1993 und 2003 stellten Satelliten dem gegenüber einen durchschnittlichen jährlichen Anstieg um 3,1 ± 0,7 mm fest. Gegenüber den Jahrzehnten zuvor ist dies ein beinahe doppelt so hoher Wert (IPCC).



Anstieg des Meeresspiegels Quelle: Wikipedia, IPCC
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Eine Destabilisierung des grönländischen Eisschildes (s.o.) könnte diesen Anstieg zudem dramatisch beschleunigen. Dioiese Möglichkeit wurde selbst in dem jüngsten IPCC - Bericht aus dem jahre 2007 noch nicht berücksichtigt!

Immer wieder wird von den Klimaskeptikern auch auf eine entscheidende Unzulänglchkeit aller bisherigen Klimamodelle hingewiesen:

11. Die Klimamodelle sind bisher nicht in der Lage die herausragende Rolle der Wolken für das Erdklima darzustellen. Mit zunehmender globaler Erwärmung bilden sich einerseits immer mehr tiefe Wolken, die abkühlend wirken, andererseits aber weniger hohe Wolken, die die Erde erwärmen. Schon von daher können die von (fast) allen der gängigen Klimamodellen gerechneten Szenarien einer fortgesetzten globalen Erwärmung nicht stimmen.

Meine Sichtweise: Der Hinweis auf die Rolle der Wolken ist das weitaus interessanteste und beste Argument der Klimaskeptiker! Durch die Wolken erreichen - wie auch schon unter Punkt 1 angesprochen- nicht alle bei der Erde eintreffenden Sonnenstrahlen die Erdoberfläche, denn ein erheblicher Teil (ca. 30%) wird von den hellen Wolken in den Weltraum reflektiert (Albedoeffekt). Gibt es viele und helle Wolken, so hat die Erde ein hohes Albedo, und ein entsprechend hoher Anteil der wärmemden Sonnenstrahlung wird in den Weltraum reflektiert. Ein hohes Albedo wirkt demnach abkühlend. Wolken wirken aber nicht nur abkühlend, sondern haben auch einen Treibhauseffekt. Sie halten die Wärme sogar besser zurück als alle Treibhausgase, denn sie absorbieren im Gegensatz zu diesen in allen infraroten Wellenbereichen! Ein Teil davon gelangt als infrarote Gegenstrahlung wieder zurück zum Erdboden, der Rest wird direkt in den Weltraum abgestrahlt. Diese Abstrahlung in den Weltraum ist umso geringer, je größer die vertikale Ausdehnung der Wolken ist, denn in größeren Höhen ist die Wolkenoberseite deutlich kälter als die Unterseite. Damit ist die Infrarotabstrahlung der Wolkenoberseite in den Weltraum deutlich geringer als die infrarote Gegenstrahlung an der Wolkenunterseite. Je nach Wolkenart überwiegt der abkühlende Effekt oder der Treibhauseffekt. Die in großen Höhen vorkommenden Eiswolken (Cirruswolken)lassen das Sonnenlicht größtenteils hindurch, absorbieren aber sehr effektiv die vom Erdboden kommende Infrarotabstrahlung. Sie wirken daher erwärmend. Tiefe Wolken, die aus kleinen Wassertröpfchen bestehen (Cumuluswolken, Stratuswolken), sind sehr hell und reflektieren daher das meiste Sonnenlicht. Obwohl auch diese Wolken die Infrarotstrahlung vom Erdboden sehr gut absorbieren, überwiegt bei ihnen der abkühlende Effekt. In den Tropen wird der Erdboden durch die steil einfallende Sonnenstrahlung stark aufgeheizt. Dieser erwärmt wiederum die Luft darüber, die zudem viel Feuchtigkeit aus den tropischen Meeren und von den sehr üppigen, viel Wasser verdunstenden Pflanzenbewuchs der tropischen Regenwälder aufnimmt. Die warme und feuchte Luft steigt auf (Konvektion) und kühlt mit zunehmender Höhe immer mehr ab, bis das so genannte Kondensationsniveau erreicht ist. Ab dieser Höhe bilden sich unendlich viele, mikroskopisch kleine Wassertropfen und damit eine Wolke. Dabei wird Kondensationswärme (latente Wärme) frei, die der Energie entspricht, welche nötig war, um das Wasser zu verdunsten und die nun bei dem umgekehrten Vorgang natürlich wieder freigesetzt wird. Die latente Wärme gibt der aufsteigenden Luft neuen Auftrieb, der ja davon abhängt, um wieviel wärmer diese ist als ihre Umgebungsluft. Aufsteigende und abkühlende Luft ermöglicht aber wiederum weitere Wolkenbildung. Die bei der Wolkenbildung freiwerdende latente Wärme treibt also ihrerseits wiederum die Wolkenbildung an. Ein sich selbst verstärkender Prozeß, der solange weiterläuft wie noch ausreichend Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. Auf diese Weise bildet sich über den Tropen eine ausgeprägte Quellbewölkung mit mächtigen Wolkentürmen, ergiebigen Niederschlägen und heftigen Gewittern. Wichtig noch zu wissen: Die Luft kann nur innerhalb der Troposphäre aufsteigen, weil nur hier die Lufttemperatur von unten nach oben abnimmt. In der nächsthöheren Schicht, der Stratosphäre, steigt die Lufttemperatur mit zunehmender Höhe aber wieder an. Das liegt an dem dort vorhandenen Ozon, welches sich erwärmt, wenn es die gefährlichen Anteile der von der Sonne kommenden Ultraviolettstrahlung absorbiert. Luft, die in der Troposphäre vielleicht noch gerade wärmer war, als die Umgebungsluft und deshalb weiter aufsteigen konnte, trifft in der Stratosphäre auf deutlich wärmere Luftschichten und verliert ihren Auftrieb. Deshalb flachen die Wolkentürme über der Äquatorregion plötzlich ab, und die Wolkenbildung setzt sich nur noch seitwärts fort. So kommt es zu der typischen Ambossform der großen tropischen Gewitterwolken. Der Amboss besteht wegen der großen Höhe ausschließlich aus Eiswolken (Cirrenschirm).

Anmerkung: Aus dem subtropischen Hochdruckgürtel strömt die Luft in Richtung Äquator, wird dann aber bald durch die Erdrotation zu einem Ostwind abgelenkt (Urpassat). Durch die Bodenreibung dreht er aber wieder etwas in Richtung Äquator (Passatwinde). Die Luft in Bodennähe wird auf ihrem Weg dorthin zunehmend wärmer bis sie schließlich unter starker Quellwolkenbildung aufzusteigen beginnt. Es entwickeln sich bodennahe tropische Wärmetiefs, die in ihrer Gesamtheit die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ) bilden. Die aufgestiegenen Luftmassen strömen polwärts, werden durch die Erdrotation zu Westwinden abgelenkt und verstärken in einer großräumigen Absinkbewegung wiederum den subtropischen Hochdruckgürtel (Hadley-Zirkulation zwischen Subtropenhochs und ITCZ).

Die gängigen Klimamodelle gehen nun davon aus, daß mit zunehmender globaler Erwärmung die Gewitterwolken über den Tropen - aber auch woanders- mächtiger werden und dabei einen entsprechend ausgedehnteren Amboss aus hohen Eiswolken (Cirruswolken) ausbilden. Die Cirruswolken wirken wiederum erwärmend, so daß sich ein positiver Rückkopplungsmechanismus ergibt.

Bei den verschiedenen Wolkenarten überwiegt entweder die abkühlende oder die erwärmende Wirkung: Die Quellwolken in der Konvektionszone einer Gewitterwolken reflektieren die Sonnenstrahlen fast vollständig. Sie wirken daher abkühlend. Die Eiswolken des Amboss lassen zwar das meiste Sonnenlicht hindurch, absorbieren aber sehr effektiv die Infrarotstrahlung vom Erdboden. Davon gelangt ein beachtlicher Teil als infrarote Gegenstrahlung wieder zurück zum Erdboden, der Rest wird in den Weltraum abgestrahlt. Sie wirken erwärmend. Die tiefen geschichteten Quellwolken unterhalb des Amboss reflektieren wie die hohen Quellwolken der Konvektionszone das Sonnenlicht sehr gut. Sie absorbieren aber auch die Infrarotstrahlung vom Erdboden. Da diese tiefen Wolken aber wegen ihrer warmen Oberseite davon praktisch genau soviel in den Weltraum abstrahlen, wie sie als Gegenstrahlung zum Erdboden zurückschicken, überwiegt eindeutig ihre abkühlende Wirkung. In den wolkenfreien und trockenen Regionen wird das meiste Sonnenlicht absorbiert, andererseits gelangt die Infrarotabstrahlung des Erdbodens aber auch nahezu ungehindert in den Weltraum. Quelle: http://earthobservatory.nasa.gov/ Bild durch Anklicken vergrößerbar!

Dem widerspricht nun aber der amerikanische Klimaforscher Richard Lindzen (http://www-eaps.mit.edu/faculty/lindzen.htm). Durch die globale Erwärmung soll sich die Wachstumsrate der Regentropfen in den großen Gewitterwolken deutlich erhöhen, so daß die Niederschläge entsprechend zunehmen. Dadurch kommt wiederum weniger Feuchigkeit oben an, so daß sich weniger Cirruswolken bilden können. Damit überwiegen die tiefen Wasserwolken, die abkühlend wirken, indem sie das Sonnenlicht wie eine Iris abschirmen. Eine negative anstatt einer positiven Rückkopplung also. Diese Iris-Hypothese wurde von der mehrheit der Klimaforscher immer wieder kritisiert, durch jüngste Messungen in den Tropen aber entgegen allen Erwartungen eindrucksvoll bestätigt (http://www.uah.edu/News/newsread.php?newsID=875 und http://www.sciencedaily.com/releases/2007/11/071102152636.htm)!


Über den Tropen bilden sich in hochreichenden Konvektionszellen mit aufsteigender feuchter Warmluft, die sich dabei abkühlt, mächtige Gewitterwolken mit einem Cirrenschirm (Amboss). Dabei fallen heftige Niederschläge (Regen und Hagel). Die kalte, aber noch relativ feuchte Luft beginnt aus dem Amboss großräumig abzusinken, wobei sie sich mit zunehmendem Luftdruck wieder deutlich erwärmt und ihre relative Feuchtigkeit abnimmt. Das Wasser der tropischen Meere wird durch die intensive Sonneneinstrahlung stark erwärmt, so daß sich Konvektionszellen mit Quellwolken bilden. Durch die aus dem Amboss herabsinkende und sich dabei erwärmende Luft werden die Quellwolken über dem Meer aber in ihrer Entwicklung gehemmt. Quellwolken können sich ja nur solange weiterentwickeln, wie die aufsteigende Luft in den Wolken wärmer ist als die Umgebungsluft und so weiter aufsteigen kann. Die aus dem Amboss abgesunkenen Luftmassen sind aber deutlich wärmer und verhindern als Sperrschicht die weitere Wolkenentwicklungbildung (Inversion). Es bleibt daher einer tiefen geschichteten Quellbewölkung (Stratocumuluswolken). Quelle:http://earthobservatory.nasa.gov/ Bild durch Anklicken vergrößerbar!

Nach Schätzungen könnte der Iris-Effekt bis zu 75% der globalen Erwärmung durch vermehrte Treibhausgase -wie sie die Zukunftsszenarien der gängigen Klimamodelle voraussagen- rückgängig machen, vor allem dann, wenn auch die Gewiitterwolken in den mittleren Breiten miteingeschlossen sein sollten. Trotz alledem sollte aber nicht vergessen werden, daß schon heute eindeutige Hinweise auf einen Klimawandel durch globale Erwärmung vorliegen (vgl. Punkt 6!). Möglich wäre allerdings eine Atempause oder sogar eine wesentlich weniger drastische globale Erwärmung in der Zukunft wie bisher befürchtet. Allerdings kann sich jeder negative Rückkopplungsmechanismus auch erschöpfen. Der Mensch oder irgendein anderes Säugetier, beispielsweise, kann bei unterschiedlichsten Außentemperaturen seine Körpertemperatur in aufrecht erhalten, aber irgendwann ist er einfach überfordert und kommt zu Schaden. So könnte es auch dem Planeten Erde ergehen.

Fast alle Klimaskeptikerhalten eine Beeinflussung des Weltklimas durch den Menschen schon im Grundsatz für völlig abwegig:

12.Klimaschutz ist unmöglich, ein Widerspruch in sich.
Zum Klima gehören unter anderem Niederschlag, Wind, Temperatur und alles ist auch ohne menschliche Einflüsse immer schon Änderungen unterworfen - heute wie früher. Der Begriff Klimaschutz nährt die Illusion, dass man durch Drehen an irgendwelchen Stellschrauben wie CO2-Minderung sich ein angenehmes und stabiles Klima und Wetter schaffen kann. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist das Unfug (Zitat Klaus-Eckart Puls).

Meine Sichtweise: Wenn man die Funktionsweise und die Stellschrauben des Klimasystems kennt, dann ist es grundsätzlich auch möglich an diesen Stellschrauben zu drehen. Dieses ist ja bereits passiert, wenn auch unabsichtlich. Durch die intensive Nutzung fossiler Brennstoffe und die damit verbundene Emission von Treibhausgasen wurde eine globale Erwärmung ausgelöst, die sich durch einen fortschreitenden Klimawandel bemerkbar macht. Es sind dann aber im Prinzip natürlich auch möglich, die globale Erwärmung durch Verringerung der Treibhausgasemissionen, beispielsweise mit Hilfe der Einführung alternativer Energien, wenn nicht rückgängig zu machen, so doch wenigstens auf ein verträgliches Ausmaß zu begrenzen. Das wäre ein geplanter Eingriffe, mit dem versucht würde, das Klima ganz bewusst zu verändern. Der Vergleich mit einer medizinischen Behandlung liegt da nahe. Hat man unter großem Aufwand erst einmal ausreichende Kenntnisse über die Funktionen des menschlichen Körpers erworben, so kann man Krankheiten erfolgreich behandeln. Eine geplante Beeinflussung des Klimas ist demzufolge also keinnaturwissenschaftlicher Unfug, sondern nichts anderes als angewandte Naturwissenschaft im allerbesten Sinne. Klimaforschung wäre dann also die Voraussetzung für eine Art medizinische Wissenschaft, die sich mit dem Planeten Erde befasst!

Vorläufiges Fazit
Die Debatte um den Klimawandel wird weitergehen. Die Wahrheit, oder zumindest eine allgemein akzeptierte Entscheidung in der Frage, ob der Klimawandel menschengemacht ist oder nicht, kann nur durch weitere Fortschritte in den Klimawissenschaften gefunden werden!

Auch wenn letzte Antworten vielleicht noch nicht möglich sind, insbesondere wegen der noch nicht endgültig geklärten Rolle der Wolken (vgl. Punkt 11), so stellt sich angesichts des katastrophalen Ausmaßes der möglichen Folgen einer fortgesetzten globalen Erwärmung trotzdem auf jeden Fall die Frage nach dem politischen Handeln, zumindest dann, wenn man das Vorsorgeprinzip zugrunde legt. Eine meines Erachtens unbedingt empfehlenswerte Vorgehensweise!

Eines sollte auf jeden Fall klar sein: Eine deutliche Reduktion von Kohlenstoff-Emissionen ist, abgesehen von den möglichen Gefahren eines menschengemachten Klimawandels, allein schon deshalb notwendig, weil fossile Brennstoffe endliche Resourcen sind und eigentlich viel zu wertvoll, um sie durch den Schornstein oder den Auspuff zu jagen! Eine Entwicklung alternativer Energien (Sonne, Wind, Geothermik, Kernfusion (!) usw.) ist daher unbedingt voranzutreiben. Auch die Kernenergie, allerdings nur in Form der Hochtemperatur/Thorium Technologie, die besonders sicher zu sein scheint, könnte zumindest für eine Übergangszeit genutzt werden. Darauf zu verzichten hieße wahrscheinlich, den Weg in ein neues finsteres Mittelalter zu ebnen, weil man dann bei schwindenden Ressourcen einen immer größeren Teil der Menschen vom Wohlstand ausschließen würde; nicht nur in den Industrieländern durch die dann zwangsläufig immer weiter ansteigenden Energiepreise, sondern vor allem in der sogenannten Dritten Welt, wo den Menschen alle Hoffnungen auf eine bessere Zukunft genommen wären!. Fortschritte in der Technologie und die Sicherung einer ausreichenden Energieversorgung -ohne die Erde zu ruiniern- sind die entscheidenden Voraussetzungen, um Freiheit von existenzieller Not zu erreichen, also menschenwürdige Lebensverhältnisse für alle Menschen! Auf dem Weg dahin sehr hilfreich wären Schritte in Richtung einer Gesellschaft, die bei Wahrung der persönlichen Freiheit(!) allzu krasse Unterschiede in der Verteilung der Reichtümer unter den Menschen vermeidet!
Jens Christian Heuer

Weitere interessante Weblinks zum Thema:

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
http://www.ipcc.ch/
Real Climate
http://www.realclimate.org/
Globales Klima
http://globalklima.blogspot.com/
Klaus-Eckart Puls bei EIKE
http://www.eike-klima-energie.eu/?WCMSGroup_4_3=1099&WCMSGroup_1099_3=1256
und auf Weltenwetter:
http://weltenwetter.blogspot.com/2007_02_25_archive.html
http://weltenwetter.blogspot.com/2007_10_28_archive.html
http://weltenwetter.blogspot.com/2007_12_16_archive.html
http://weltenwetter.blogspot.com/2008_04_06_archive.html
Mojib Latif
http://www.ifm-geomar.de/index.php?id=mlatif
Richard Lindzen

Sonntag, 1. Juni 2008

Im Gespräch

Die Klimakatastrophe schwächelt


Meteorologe aus Bad Bederkesa plädiert für tolerante Diskussion
Interview der Cuxhavener Nachrichten (CN)


Bad Bederkesa (hst). Hiobsbotschaften wie das Waldsterben, die BSE-Seuche, Nematoden im Fisch oder Nitrosamine im Bier haben in der Vergangenheit die Gemüter erregt. Heute ist es die vermeintlich drohende Klimakatastrophe. Für den Diplom-Meteorologen Klaus Puls ist dies "...eine von unbewiesenen Behauptungen genährte, bisweilen fanatisch geführte und Angst erregende Diskussion, die der gängigen Sprachregelung zuwider laufende Meinungen ausgrenzt". CN-Mitarbeiter Hagen Haastert sprach mit Puls, der lange Jahre als Leiter des Wetteramtes in Essen für den Deutschen Wetterdienst tätig war. Seit seiner Pensionierung 2001 lebt Puls, der für rund 150 Veröffentlichungen verantwortlich zeichnet, in Bad Bederkesa und ist nach wie vor ein gefragter Referent.



Klaus-Eckart Puls im Interview
Quelle: Cuxhavener Nachrichten
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CN: Wie beurteilen Sie die laufende Diskussion über eine angeblich drohende Klimakatastrophe?
Puls: Viele Physiker und Meteorologen, die mit wissenschaftlich gestützten Argumenten den Horror-Meldungen einer angeblich bevorstehenden Klimakatastrophe widersprechen, werden nicht gehört, und bekommen auch in den Medien kaum ein Forum. Diese einseitig intolerante, viele Menschen verunsichernde Diskussion erweckt in mir den Eindruck einer volksverdummenden und politisch gesteuerten öffentlichen Indoktrination.

CN: Gibt es einen Klimawandel? Ist Klimaschutz möglich?

Puls: Zum Klima gehören unter anderem Niederschlag, Wind, Temperatur und alles ist auch ohne menschliche Einflüsse immer schon Änderungen unterworfen - heute wie früher. Der Begriff Klimaschutz nährt die Illusion, dass man durch Drehen an irgendwelchen Stellschrauben wie CO2-Minderung sich ein angenehmes und stabiles Klima und Wetter schaffen kann. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist das Unfug.

CN: Wer oder was ist denn nun für die Wetter- und Klimaänderungen verantwortlich?

Puls: Die variable Sonne in Verbindung mit der veränderlichen Erdbahn ist der Motor. Energieumsätze, so auch das Klima in der Atmosphäre werden durch das Auf und Ab der solaren Prozesse wie Sonnenflecken und Energiestrahlung gesteuert. Rückkopplungen im irdischen "Klimasystem" mit Atmosphäre, Meer, Eis und Gletschern, Biosphäre, Vulkanismus, Gesteinsoberfläche und anderes mehr lösen ganz unterschiedliche Reaktionen verschiedener Größenordnungen aus, die rechnerisch in dem "chaotischen System Atmosphäre" nicht zu beherrschen sind. Somit sind die daraus abgeleiteten Computermodelle nicht realistisch und entsprechen nicht den tatsächlichen Naturprozessen.

CN: Der Weltklimarat IPPC und andere Institute behaupten aber, CO2, vor allem das vom Menschen erzeugte, bringe den von Natur aus gegebenen Klimawandel aus dem Takt, weil es wie das Glasdach eines Gewächshauses die Atmosphäre künstlich aufheize.

Puls: Zunächst einmal: Dank der oben erwähnten Rückkoppelungen hat es in Jahrmillionen Klimaschwankungen gegeben, die weit über die heutige Größenordnung hinaus gehen, so auch in jüngerer Zeit. In der Römerzeit gab es Weinanbau in England, in der mittelalterlichen Warmzeit lebten die Wikinger auf Grönland. Jedoch - anthropogenes, also vom Menschen erzeugtes CO2 gab es in den früheren Warmphasen nicht. Außerdem weiß man inzwischen aus den Eisbohrkernen, dass nach den Eiszeiten zunächst die Temperatur und erst 500 bis 1500 Jahre später die natürliche CO2-Konzentration in der Luft anstieg.

CN: Aber das CO2 ist weiterhin doch der Bösewicht, der für den angeblich das Klima verändernden sogenannten Treibhauseffekt verantwortlich gemacht wird?

Puls: Wahrscheinlich zu Unrecht. Denn bisher ist dieser Effekt nicht bewiesen, zumal die mit dem Etikett "Treibhausgas" verteufelten Gase nicht wie das Glasdach eines Gewächshauses wirken können, weil die Atmosphäre nach oben offen ist. Vielmehr sind sich alle Physiker einig, dass eine Verdoppelung von CO2, bezogen auf den vor-industriellen Konzentrations-Wert (1850: 280 ppm; heute 380) lediglich einige Zehntel, maximal 0,7 Grad Celsius Temperaturerhöhung bewirken kann, nach neuesten NASA-Berechnungen nur 0,5°C. Im übrigen sind wir von diesem Verdoppelungs-Wert 560 ppm meilenweit entfernt.

CN: Wieso sprechen dann Klima-Experten von zwei bis sechs Grad in 100 Jahren?

Puls: Um ihre Erwärmungs-Vorhersage zu rechfertigen, bedienen sich die IPPC-Institute eines Zauberstabes, der sogenannten Wasserdampfverstärkung. Wasserdampf ist ja der Hauptabsorber für Infrarot-, also Wärmestrahlung. Demnach soll nun der durch Verdunstung infolge von CO2-Erwärmung zusätzlich erzeugte Wasserdampf die eigentliche Klima-Hitze-Katastrophe auslösen. Das ist eine durch nichts bewiesene Hypothese. Aber die Meteorologen wissen, dass die Wasserverdunstung über den Ozeanen von ganz anderen Faktoren abhängt wie z.B. Wind, Stürmen, Bewölkung, Meeresströmung, Einstrahlung, Wassertemperaturen und -durchmischung. Die Natur macht übrigens derzeit das Gegenteil dessen, was die steigende Erwärmung prognostizierenden Modelle rechnen. So wird es selbst nach den Temperatur-Kurven der IPCC-Klima-Institute (!) vom Gesamttrend her seit zehn Jahren kühler, obwohl die CO2-Kurve beschleunigt ansteigt. Das Temperatursignal hat sich also von der CO2-Entwicklung abgekoppelt. Das wird von den Medien und Politikern nicht zur Kenntnis genommen!

CN: Aber die offizielle Klimapolitik geht nach wie vor davon aus, dass die Erde nicht mehr zu retten sei, wenn wir nicht radikal unsere Treibhausgasemissionen kappen. Sie verläßt sich dabei auf den Weltklimabericht des IPCC von 2007, wonach die globalen Temperaturen immer schneller und mit ihnen der Meeresspiegel und die Anzahl der Naturkatastrophen ansteigen.

Puls: Dem inzwischen eingefahrenen und gegenteilige Meinungen und Fakten unberücksichtigt lassenden Klimakurs insbesondere der europäischen Regierungen muss meines Erachtens entgegengetreten werden, weil offiziell verkündete Behauptungen zum Wetter nicht der Realität entsprechen. Es gibt nämlich keine Signale für eine Klimakatastrophe.

CN: Und wie begründen Sie das?

Puls: Die Global-Temperatur sinkt im Trend seit 1998. Seit 125 Jahren nimmt der Wind an Deutschen Küsten ab, die Zahl der Stürme und Sturmfluten zeigt keinen Trend, weniger schwere Tornados in den USA, keine Zunahme der Hurrikane. Seit 100 Jahren haben laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die Niederschläge in Deutschland um zehn Prozent zugenommen. Der Januar 2008 ist global der kälteste Monat seit 1995. In Afghanistan erfroren rund 800 Menschen und 300.000 Tiere. In China mussten zwei Millionen Menschen zum Schutz vor dem Erfrieren evakuiert werden. In Kairo gab es Temperaturstürze bis unter zehn Grad Celsius, die Akropolis und Jerusalem lagen im Schnee.Laut amerikanisch-kanadischer Satellitenauswertungen gab es in diesem Winter (2007/08) auf der Nordhalbkugel die größte Schnee- und Eisbedeckung seit 1966. In der Arktis hat in diesem Winter die Eisfläche um zwei Millionen Quadratkilometer zugenommen, der Schmelzverlust der vergangenen Jahre ist damit nahezu ausgeglichen. Im antarktischen Sommer 2007/08 haben wir in der Antarktis die größte Menge an Pack-und Treibeis seit 1979 gehabt. Bekanntlich hat das Versorgungsschiff für den Bau von Neumayer III wochenlang dort festgelegen.

Und noch ein Wort gegen die Panikmache mit dem Meeresspiegel-Anstieg. Statt der laut Klima-Modellen parallel zur globalen Erwärmung errechneten Beschleunigung ab etwa 1850 ist eine Verlangsamung eingetreten: Von zehn Zentimetern in der ersten Hälfte auf sieben Zentimeter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Meeresspiegel an der deutschen Nordseeküste ist seit 400 Jahren nicht mehr so langsam gestiegen wie im 20. Jahrhundert.

CN: Und warum war in Deutschland das Wetter des vergangenen Winters "zu mild, zu warm für diese Jahreszeit" ?

Puls: Die Atmosphäre arbeitet beim Wetter in Wellen. In den "Wellen-Tälern", den sogenannten Trögen, wird polare Kaltluft in die gemäßigten Breiten transportiert. In den "Wellen-Bergen", den Hochkeilen, kommt subtropische Warmluft nach Norden. So erreichte im vergangenen Winter extreme Kälte z.B. China, Afghanistan, den Balkan, Kanada, USA..., wogegen wir in Europa bis hin nach Skandinavien von der warmen Gegenbewegung der Luftströmungen profitierten.

Das oben stehende Interview mit dem Dipl.-Met. Klaus-Eckart Puls wurde von Hagen Haastert geführt, freier Journalist in Bad Bederkesa, und in den Cuxhavener Nachrichten am 24. April 2008 (S.21) veröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung!

 
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